Presse 2019

Kieler Nachrichten - Dienstag, 22.10.2019 - Jan Torben Budde

Ausbildungsforum startet am 25. Oktober in der Edgar-Meschkat-Halle und gibt Schülern eine Orientierung


Aussteller geben Einblicke ins Berufsleben


Altenholz. Ob Tischler, Bankkaufmann oder Garten- und Landschaftsbauer: Das Spektrum an Berufen ist breit gefächert
beim neunten Ausbildungsforum in Altenholz. Gleich 25 Aussteller informieren am Freitag, 25. Oktober, von 11 bis 13.30 Uhr
auf der öffentlichen Messe in der Edgar-Meschkat-Halle an der Danziger Straße über ihre Arbeit.
„Wir haben einen Fachkräftemangel, da muss man doch etwas unternehmen“, sagt Rolf Lorenzen, der einen Elektrobetrieb
in Altenholz führt. Die Idee hinter der Messe, Jugendlichen einen Ausbildungsberuf schmackhaft zu machen, geht auf seine
Initiative zurück. Vor Jahren brachte der Elektromeister den Gedanken an einem runden Tisch zur Bekämpfung der
Jugendkriminalität in Altenholz ins Spiel. Der Vorschlag stieß auf Interesse – „nicht reden, machen“ wurde ihm damals mit auf
den Weg gegeben. Gesagt, getan. Veranstalter des Ausbildungsforums ist nun die Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem
TSV Altenholz, dessen Vorsitzender Lorenzen ist. Der 50-Jährige und seine Frau Fiona führen bei der Organisation die Regie.
„Es bringt auch Spaß und die Resonanz ist gut“, ist sich das Ehepaar einig. Rund 350 bis 400 Besucher kommen jedes Jahr
zur Messe. Beim Ausbildungsforum sind Menschen jeder Altersgruppe willkommen. „Es waren auch schon Leute mit Mitte
oder Ende Zwanzig hier, die sich über eine zweite Lehre Gedanken machten“, berichtet Rolf Lorenzen. Zur Zielgruppe gehören
aber vor allem Altenholzer Gemeinschaftsschüler und Gymnasiasten. Laut Sebastian Baltz, Altenholzer Bürgervorsteher und
Lehrer an der Gemeinschaftsschule, wird die Messe im Unterricht vor- und nachbereitet. Zudem gebe es Praktika zur
Berufsorientierung. „Manche Jugendliche sind in der Berufsfindung schon weit, andere wollen lieber noch eine weiterführende
Schule besuchen“, so der 43-Jährige. Was die Aussteller angeht, ist die Vielfalt an Branchen ansehnlich. Dazu gehören unter
anderem Bundesagentur für Arbeit, Deutsche Post, Thyssen-Krupp Marine Systems, Bundeswehr, Förde Sparkasse,
Dehoga-Kreisverband Kiel, Caterpillar Castings, Dataport oder Handwerkskammer, ebenso wie Treppenbauer, Apotheker,
Steuerberater, Finanzamt, Gemeinde und TSV Altenholz, Zahnarzt oder Versicherung. „Die Schüler bekommen auf der Messe
die Möglichkeit, sich über verschiedene Berufe zu informieren“, erklärt Rolf Lorenzen. Oft würden die Stände sogar von Auszubildenden
mitbetreut, so dass die Info-Vermittlung auf Augenhöhe geschieht. Das baut Hemmungen oder Berührungsängste ab. Zwar
lobt auch Bürgermeister Ehrich das „breite Spektrum“. Gleichwohl wünscht sich Rolf Lorenzen künftig noch mehr Handwerker-Kollegen
als Aussteller, gern auch Maurer, Fliesenleger oder Klempner. Und die Besucher? Handel und Gewerbe suchen zwar händeringend
Nachwuchs. „Manche wollen aber gar nicht ausbilden“, sagt Rolf Lorenzen. Oft hapere es bei den Schülern an sozialer Kompetenz,
stellt der Elektromeister mit Bedauern fest. „Das ist im Laufe der vergangenen Jahre schlechter geworden.“ Selbstverständliches
wie ein „Guten Morgen“ zur Begrüßung oder „mal unaufgefordert einen Besen in die Hand nehmen“ – das müssten so einige Schüler erst lernen.

BildKN


Eckernförder Zeitung - Mittwoch, 23.10.2019 - Dieter Suhr

Starthilfe für den Beruf

Startschuss für Ausbildungsforum Altenholz in der Edgar-Meschkat-Halle / Noch zu wenige Handwerksbetriebe dabei


Altenholz | „Der schönste Erfolg ist, seinen Lebensunterhalt mit einer Arbeit zu verdienen, die Spaß macht“, so der US-amerikanische Historiker und Biograf David McCullough. Bleibt die Frage, wo und wie man diese Arbeit findet. Eine Möglichkeit bietet das Ausbildungsforum Altenholz (AfA), das am Freitag zum neunten Mal in der Edgar-Meschkat-Halle im Ortsteil Stift stattfindet.
Die Idee dazu hatte seinerzeit Rolf Lorenzen, der das Forum seitdem zusammen mit seiner Ehefrau Fiona in Kooperation mit der Gemeinde und dem TSV Altenholz, dessen Vorsitzender Lorenzen ist, organisiert. Da die Erfahrungen zeigten, dass Praktika während der Schulzeit oftmals nicht ausreichend sind, um eine Entscheidung zu fällen, und viele Jugendliche kurz vor Abschluss der Schulzeit noch unsicher sind, wie ihr beruflicher Werdegang aussehen soll, setzte der selbstständige Elektromeister die Idee des Ausbildungsforums um. Waren es beim ersten AfA 14 Aussteller, haben sich in diesem Jahr 25 Unternehmen angemeldet. Von der Apotheke oder Tierarztpraxis über Bundeswehr, Post, Finanzamt und Dataport bis hin zur Förde Sparkasse und Handwerkskammer bieten die Branchen den Jugendlichen Beratungen zu einem breiten Spektrum unterschiedlichster Berufe an, inklusive dualer Studiengänge für die Gymnasiasten.
Für 186 Schüler der Jahrgänge acht bis zehn der Gemeinschaftsschule sowie 140 Schüler des neunten Jahrgangs des Gymnasiums ist der Besuch des AfA eine Pflichtveranstaltung, aber auch alle anderen Interessierten sind willkommen.
„Berufsorientierung ist eine große Unterrichtseinheit, zu der neben Praktika auch das Ausbildungsforum gehört“, so Bürgervorsteher Sebastian Baltz, der selbst an der Gemeinschaftsschule unterrichtet. Rolf Lorenzen bedauert aber, dass nur wenige Handwerksbetriebe wie Schlosser, Maler, Tischler oder auch das Baugewerbe das Angebot des AfA annehmen, was auch Ehefrau Fiona nicht versteht, da das AfA auch für die Aussteller, im Gegensatz zu den meisten Jobmessen, kostenfrei ist.
Auch soziale Einrichtungen wie Kitas oder Pflegedienste sind nicht vertreten, wie Baltz feststellte, obwohl dort händeringend Personal gesucht wird. Die Resonanz sowohl vieler Jugendlicher, jedenfalls der wirklich interessierten, als auch der Aussteller ist durchweg positiv, sagte Lorenzen. „Und wenn ich sehe, dass ein Jugendlicher sich bei der Sparkasse informiert und zwei Jahre später auf der anderen Seite des Tresens steht und selbst Jugendliche berät, ist das ein schönes Erlebnis“, freut sich Lorenzen. Sicher wird auch in diesem Jahr bei einem breiten Angebot der eine oder andere einen Beruf finden, in dem er seinen Lebensunterhalt mit einer Arbeit verdienen kann, die ihm Spaß macht.

> Ausbildungsforum Altenholz, Fr., 25.10., 11 bis 13.30 Uhr, Edgar-Meschkat-Halle, Danziger Straße in Altenholz-Stift.
Infos unter www.ausbildungsforum-altenholz.de

 BildEckernfrderZeitung

Werben für das Altenholzer Ausbildungsforum: (von links) Bürgermeister Carlo Ehrich, Bürgervorsteher
Sebastian Baltz sowie Rolf und Fiona Lorenzen Foto: Suhr