Presse 2013

Eckernförder Zeitung - Sonnabend, 28.09.2013 - Sandra Gehrke

Die Vielfalt der Lehrberufe

Ausbildungsforum Altenholz bietet Schülern Gelegenheit, sich zu orientieren und Kontakte zu knüpfen

Interessierte Fragen stellten Kevin Drapinski, Phil Kusch, Bennit Sieg und Marcel Böttger (v.l.) Polizeioberkommissar Michael Heinrich.ALTENHOLZ „Nutzt die Chance und fragt den Ausstellern Löcher in den Bauch. Die Berufswahl ist eine Entscheidung für das Leben“, betonte der Organisator des vierten Altenholzer Ausbildungsforums, Rolf Lorenzen, gestern Vormittag bei seiner  Begrüßung in der Regionalschule. An 29 Ständen hatten die Schüler der achten, neunten und zehnten Klassen die Möglichkeit, sich über verschiedene Berufe zu informieren. Bürgervorsteher Wolfgang Weiß unterstützt das Forum sehr und sieht die Hilfestellungen bei dem Übergang von SchulezumBerufinsbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels als  gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Die Zahl der Aussteller sei von Jahr zu Jahr gewachsen. Würde die steigende Tendenz bleiben, müsste man sich Gedanken über einen neuen Standort machen. „Wir würden gerne in die Mehrzweckhalle gehen, damit wir alle Stände in einem Raum unterbringen können“, berichtete Organisatorin Fiona Lorenzen. Denn einige Betriebe hätten nicht  teilnehmen wollen, weil sie sich nicht in den Klassenräumen präsentierenmöchten. Bedauerlichsei auch, dass wenig Handwerksbetriebe und davon zudem keine Firma aus Altenholz zu den Ausstellern gehörten. „Ich weiß nicht, woran es liegt“, rätselte Fiona Lorenzen. „Es ist sehr schade, weil wir gerade in diesem Bereich eine große Nachfrage haben.“ Denn bei vielen Berufen ist der Realschulabschluss eine Voraussetzung für den Ausbildungsbeginn. Die Schüler, die den Hauptschulgang an der Regionalschule gewählt haben, müssten die neunte Klasse zunächst wiederholen, um dann nach der zehnten Klasse ihren Realschulabschluss in der Tasche zu haben. „Da das auch zwei Jahre dauert, wechsel ich lieber an eine technische Berufsschule und mache den Abschluss dort“, hat Phil Kusch beschlossen. Eine weitere Möglichkeit, um den mittleren Bildungsabschluss zu  bekommen, wäre, eine gute abgeschlossene Berufsausbildung. Der Neuntklässler hat gerade sein zweites Praktikum als  Elektroniker bei der Deutschen Bahn absolviert,und weil es ihm gefiel, will er es dort mit einer Bewerbung versuchen. Zur  Schutzpolizei zu gehen, könnte Phil sich auch sehr gut vorstellen und informiert sich bei Polizeioberkommissar Michael Heinrich. „Für den mittleren Dienst reicht derHauptschulabschluss, wenn du eine abgeschlossene Berufsausbildung hast“, erklärt der  Einstellungsberater und gibt den Schülern Tipps für den Test. Interessierte Fragen stellten Kevin Drapinski, Phil Kusch, Bennit Sieg und Marcel Böttger (v.l.) Polizeioberkommissar Michael Heinrich. GEHRKE „Das Diktat ist wichtig. Da dürft ihr Euch in rund  250 Wörtern maximal zehn Fehler erlauben. Das ist die erste Hürde.“ Außerdem zeigt er eine Skizze des Sportparcours’, der  vorher trainiert werden sollte. „Für vier Runden habt ihr zweieinhalb Minuten Zeit. Schafft Ihr es in zwei, seid ihr der Held.“
So holten sich die Schüler wertvolle Informationen an vielen Ständen. Jasper Trampenau kennt sich aus. Als ehemaliger Schüler  besuchte er das Forum selbst und ist nun im dritten Lehrjahr bei Dataport. „Weil unser Betrieb so groß ist, ist die Ausbildung sehr umfangreich. Man hat viele Möglichkeiten. Sich hier zu informieren, ist sehr gut.“ S. Gehrke


Kieler Nachrichten - Sonnabend, 28.09.2013 - Friederike Hiller

Angebot: Über 200 Berufe
29 Aussteller beim vierten Ausbildungsforum in Altenholz

Altenholz. Was willst du einmal werden? Dieser Frage gehen die Schüler der Regionalschule und des Gymnasiums Altenholz beim vierten Ausbildungsforum auf den Grund. 29 Aussteller informieren über mehr als 200 Berufe.

Lasse Kranich (links) und Philipp Montero Soero schauen sich einen Film über Zahnarzthelfer an. Foto HillerAufmerksam hört Marja Jeenman den Ausführungen des Polizeibeamten zu. Die 14-Jährige weiß bereits genau, was sie wissen möchte, denn Polizistin wollte sie schon immer werden. „Als Polizistin ist man in Bewegung und es ist ein bisschen gefährlich“, erklärt sie den Reiz des Berufes. Wie lang ist ein Arbeitstag? Kann man sich den Partner beim Streifefahren aussuchen? Das sind nur einige Fragen, die sie interessieren. Ob Küstenwache oder doch Schutzpolizei, da möchte sie sich noch nicht festlegen. Aber interessant sei beides.
Als Bundesbeamter beim Zoll könne man von Flensburg bis Füssen eingesetzt werden, das schrecke einige Interessierte ab, erklärt Claus-Peter Minkwitz, Pressesprecher des Hauptzollamtes Kiel. Um solche Fragen zu klären und präsent zu sein, sei ein Stand bei Ausbildungsmessen wichtig. „Es ist kein Selbstgänger, dass Schüler auf uns zukommen.“
Auch Celina Fischer (15) und Lea Stoltenberg (15) wissen schon genau, was sie einmal werden wollen. „Altenpflegerin“, sagt Celina. Lea möchte lieber weiter zur Schule gehen, dann studieren und Ärztin werden. Vielleicht bei der Bundeswehr. Denn Soldat Martin Schroer erklärt ihnen die Möglichkeiten. „Mein Bruder arbeitet da“, erklärt Lea ihre Affinität zur Bundeswehr. Und die Vorstellung auch im Ausland arbeiten zu können, findet sie spannend.
Bei der Entscheidung zwischen einer Ausbildung gleich nach der Schule oder weiter zur Schule zu gehen und dann zu studieren oder mit einer dualen Ausbildung beides zu verbinden, soll das Ausbildungsforum weiterhelfen. Der Schüler als Puzzleteil zwischen den Möglichkeiten verdeutliche dies, erklärt Rolf Lorenzen, Vorsitzender des TSV und Mitorganisator, das neue Logo der Veranstaltung. „So viel Berufskompetenz wie heute bekommt ihr sonst in der Schule nicht“, sagt er und appelliert an die Schüler, den Ausstellern Löcher in den Bauch zu fragen. „Nutzt es. Es ist eure Chance.“ Der Übergang von der Schule ins Berufsleben sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und daher sei die Gemeinde froh, dass der TSV-Vorstand vor vier Jahren mit der Idee auf die Gemeinde zugekommen sei.
„Ich schaue nicht so auf Noten. Man muss teamfähig, einfühlsam und engagiert sein“, erklärt Zahnärztin Stefanie Erbersdobler den beiden Regionalschülern Lasse Kranich und Philipp Montero Soero die Voraussetzungen, um Zahnpfleger zu werden. Die beiden wissen noch nicht, wie ihre Zukunft beruflich aussehen könnte. „Es ist wichtig, dass ihr euch für einen Beruf entscheidet, der euch Spaß macht“, betont Erbersdobler.